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Hypertonie

Man spricht von einer arteriellen Hypertonie, wenn die gemessen Blutdruckwerte höher als 140/90 mmHg sind. Einem optimalen Blutdruck entsprechen Werte, welche kleiner als 120/80 mmHg sind.

Bei bis zu 15% der Patienten lässt sich eine sekundäre Ursache der Hypertonie eruieren. In den meisten Fällen findet man jedoch keine Ursache. Dann spricht man von einer primären Hypertonie.

Klassifikation der BlutdruckwerteSystolisch (mmHg)Diastolisch (mmHg)
Optimal< 120< 80
Normal120–12980–84
Hochnormal130–13985–89
Hypertonie Grad 1140–15990–99
Hypertonie Grad 2160–179100–109
Hypertonie Grad 3≥ 180≥ 110
Isolierte systolische Hypertonie≥ 140< 90

Sekundäre Ursachen einer arteriellen Hypertonie

Von einer sekundären arteriellen Hypertonie spricht man, wenn der Hypertonie eine andere Erkrankung zu Grunde liegt und die Hypertonie somit eine Folgeerscheinung dieser Erkrankung darstellt. Es ist wichtig bei einer Erstdiagnose der arteriellen Hypertonie eine sekundäre Ursache auszuschliessen, da dies eine veränderte Therapie zur Folge hätte. Dies lässt sich vielfach bereits durch eine ausführliche Anamnese bewerkstelligen.

Sekundäre Ursachen einer arteriellen Hypertonie sind z. B. das Cushing Syndrom, das Phäochromocytom, Nierenarterienstenosen, eine Schilddrüsenüberfunktion, aber auch bestimmte Medikamente oder Drogen.

Folgen einer unbehandelten arteriellen Hypertonie

Wird eine Hypertonie nicht behandelt, kann es im Körper zu Organschäden kommen. Diese sind häufig am Beginn asymptomatisch und führen erst im fortgeschrittenen Stadium zu Beschwerden.
Am Herzen kommt es zu einer Verdickung der Herzmuskulatur. Dies bedingt eine schlechtere Dehnbarkeit des Herzens und somit eine schlechtere Füllung. Zumeist führt dies in Ruhe zu keinen Beschwerden, da die Zeit für die Füllung des Herzens ausreichend lang ist. Bei steigender Belastung mit einer Erhöhung der Herzfrequenz wird diese Zeit jedoch deutlich verkürzt, so dass keine vollständige Füllung der Herzkammern erfolgt. Dies hat einen deutlichen Leistungsverlust und insbesondere vermehrte Luftnot bei Belastung zur Folge.

Des Weiteren kann es durch eine unbehandelte Hypertonie zu einer Schädigung der Nieren kommen, welche zu einem zunehmenden Funktionsverlust bis zur Notwendigkeit einer Dialyse führt.

Ebenfalls ist die Hypertonie ein bedeutender Faktor für die Entstehung der Atherosklerose und beschleunigt somit z. B. das Auftreten einer relevanten Verengung der Herzkranzgefässe.

Therapie der arteriellen Hypertonie

Bei milden Formen der Hypertonie kann bereits eine Umstellung des Lebensstils zum Erfolg führen.
Dies beinhaltet eine Gewichtsreduktion auf einen BMI < 25. Zudem sollte die Kochsalzzufuhr auf ein Maximum von 6g/Tag reduziert werden. Ebenfalls ist eine Reduktion des Alkoholkonsums zu empfehlen (Männer 20–30g/Tag, Frauen 10–20g/Tag) sowie die Einstellung des Rauchens.
Des Weiteren führt regelmässiges Training (5–7/Woche ca. 30min) zu einer Verbesserung der Hypertonie.

Führt die Umstellung des Lebensstils nicht zu einer Verbesserung der Hypertonie oder ist die Hypertonie sehr ausgeprägt, sollte eine medikamentöse Therapie eingeleitet werden.

In den meisten Fällen wird man mit einem Medikament beginnen und je nach Blutdruckwert die Dosierung des Medikamentes steigern oder ein weiteres hinzunehmen. Generell hat sich gezeigt, dass der Effekt einer Kombinationstherapie besser ist, als die Dosis eines einzelnen Medikaments bis zu seiner Maximaldosierung zu steigern. Sämtliche Kombinationen der etablierten Medikamente sind hierbei möglich (siehe Grafik).

Zu Beginn der Einstellung einer Hypertonie kann es gehäuft zu Schwindel kommen, da sich der Körper zunächst an die normalen Blutdruckwerte adaptieren muss. Dies kann bis zu drei Wochen andauern. Wichtig ist, dass in dieser Phase der Blutdruck regelmässig kontrolliert wird, um ev. zu niedrige Blutdruckwerte als Ursache des Schwindels zu erkennen.